Wie mein Weg begonnen hat

August 9, 2025 | Allgemein

Warum ich Sterbe- und Trauerbegleiterin geworden bin.

Willkommen auf meinem Blog.
Dies ist mein erster Beitrag – und ich freue mich, dass du hier bist.
Mit diesem Blog möchte ich Raum schaffen für Gedanken, Erfahrungen und Themen, über die wir oft nur hinter vorgehaltener Hand sprechen: Sterben, Trauer, Neubeginn.
Vielleicht findest du hier Worte, die dich berühren. Vielleicht auch Fragen, die du dir selbst stellst.
Schön, dass du mitliest.

Mein Weg zu „Abschiedslicht“

Mein Weg zu „Abschiedslicht“ begann nicht mit einem Berufswunsch.
Sondern mit dem, was das Leben mit mir gemacht hat.

Mit Verlust. Mit Schmerz. Mit Brüchen.
Mit sieben Sternenkindern.
Mit dem Abschied von meiner Gesundheit.
Mit dem Verlust eines Organs.
Mit der Entscheidung, fortan mit einer künstlichen Blase zu leben.

All das hat Spuren hinterlassen – körperlich und emotional.
Ich wollte aus diesen Erfahrungen etwas machen, das trägt.
Etwas, das ich teilen kann.
Etwas, das anderen hilft.
Und mir selbst einen Sinn schenkt.

Also begann ich die Ausbildung zur Sterbe- und Trauerbegleiterin.

Ausbildung mit Tiefenwirkung

Diese Ausbildung war eine intensive Erfahrung.
Nicht nur fachlich – sondern vor allem persönlich.

Wir haben uns mit Themen auseinandergesetzt, wie sie das Leben spielt.
Was würdest du tun, wenn du nur noch 24 Stunden zu leben hättest?
Welche Verluste haben dein Leben geprägt?
Wie würde deine eigene Trauerrede klingen?

Wir sollten einen Abschiedsbrief schreiben – an die wichtigste Person in unserem Leben.
Und das in begrenzter Zeit, ohne lange Vorbereitung. Da kullerte schon die eine oder andere Träne.

Weil es plötzlich nicht mehr um Theorie ging, sondern um das, was wirklich zählt.

Diese Schultage waren intensiv und tief.
Sie haben mich immer wieder in Kontakt gebracht mit der Frage:

Lebe ich eigentlich mein Leben so, wie ich es möchte?
Nicht irgendwann. Sondern jetzt.

Denn in dieser Ausbildung ging es nicht darum, Methoden zu lernen.
Sondern darum, ehrlich hinzuschauen.
Die eigene Haltung zum Leben und zum Sterben zu hinterfragen.
Und auch: die eigenen Grenzen kennenzulernen.

Durch all diese Aufgaben bin ich mir selbst ein Stück nähergekommen – und habe verstanden, was es braucht, um anderen Menschen wirklich präsent zu begegnen.

Heute kann ich sagen:
Ich bin mit mir im Reinen.
Ich lebe mein Leben so, wie es mir entspricht – bewusst, dankbar und frei.
Ich spüre, wie reich ich bin: durch Beziehungen, Erfahrungen, innere Kraft und echte Freude.
Und ich liebe mein Leben – mit allem, was dazugehört.
Ich fürchte mich aber auch nicht vor dem Tod, denn er ist für mich ein Teil des Lebens.

Hospizarbeit – Lernen am Lebensende

Im Laufe der Ausbildung habe ich begonnen, im Hospiz mitzuarbeiten – und bin bis heute dort tätig.
Zum ersten Mal Menschen im Sterben zu begleiten, war etwas ganz anderes als jede Vorstellung.
Ich habe Hände gehalten, Tränen gesehen, Stille ausgehalten.
Ich erlebe, wie viel Würde in einem einzigen Atemzug liegen kann.
Wie viel Frieden möglich ist – auch in den letzten Stunden.
Und dass Begleiten oft mehr mit Dasein zu tun hat als mit Reden.

Diese Erfahrungen prägen mich bis heute.
Nicht auf eine dramatische Weise.
Sondern in einer stillen, ehrlichen Tiefe.

Und ich habe dort etwas gelernt, das mir keiner beibringen konnte:
Im Jetzt zu sein.
Nicht im Gestern. Nicht im Morgen.
Sondern ganz präsent – bei dem Menschen, der da ist.
Genauso, wie er gerade ist.

Warum ich tue, was ich tue

Ich habe in meinem Leben viele Abschiede erlebt – manche leise, manche tiefgreifend.
Und ich weiss, wie sehr es helfen kann, in solchen Momenten nicht allein zu sein.
Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie wertvoll es ist, nicht zu überreden, nicht zu reparieren –
sondern einfach da zu sein.

Schön, dass du mitgelesen hast.
Wenn dich etwas berührt hat oder Fragen in dir aufgekommen sind –
du darfst deine Gedanken gerne mit mir teilen.
Und wenn dich ein bestimmtes Thema rund um Abschied, Trauer oder Neubeginn besonders interessiert,
schreib mir einfach – ich nehme es gerne in einem der nächsten Beiträge auf.

Ich freue mich, wenn du wieder vorbeischaust.
Sandra

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